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Pfeiffers Corona-Alltagsheldinnen und -helden: #4 Ehrenamtliche Sterbebegleiterin Martina Wöhlert

Ehrenamtliche Sterbebegleiterin Martina Wöhlert
Martina Wöhlert begleitet und unterstützt ehrenamtlich schwerstkranke, sterbende Menschen und ihre Angehörigen.
Ihre Gedanken zur Corona-Pandemie und den Folgen für die ambulante Hospizarbeit hat sie hier für uns aufgeschrieben. Foto: privat

Nächstenliebe in Zeiten von Corona


Martina Wöhlert ist als ehrenamtliche Sterbebegleiterin für unseren ambulanten Hospizdienst tätig. Ihre Gedanken zur Pandemie und wie diese ihre Arbeit beeinflusst, schildert sie im nachfolgenden Bericht.

„Die Tage sind kalt, die wärmenden Strahlen der Sonne und das Licht fehlen. Wir Menschen gehen jetzt selten aus dem Haus, die persönlichen Kontakte sind reduziert. Und gerade Personen, die ans Haus oder Bett ‚gefesselt‘ sind, spüren dies schmerzhaft. Wir erleben eine Pandemie und die macht vielen Menschen Angst.

Durch die strengen Schutzmaßnahmen haben sich die Bedingungen für die ambulante Hospizarbeit geändert: Wir als ehrenamtliche Hospizkolleginnen und -kollegen suchen nach individuellen Lösungen. Vermehrt haben bisher die Begleitungen schwerstkranker und sterbender Menschen am Telefon stattgefunden; wir sind per E-Mail in Kontakt und schreiben Briefe.

Ich denke, dass gerade in dieser Zeit für eine Gesellschaft wie unsere, die sich immer mehr individualisiert, das ehrenamtliche Begleiten von alleinstehenden oder schwerkranken sterbenden Menschen eine große Bedeutung hat. Wir möchten Kontakte herstellen und halten – jetzt erst recht! Wir tragen die Sorgen und Ängste der schon durch ihr Kranksein isolierten Menschen mit, stellen durch unser Dasein, auch auf Distanz, Nähe und etwas Normalität her.

Wir sind die ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und -begleiter des ambulanten Hospizdienstes in den Pfeifferschen Stiftungen. Wir Frauen und Männer sind unermüdlich unterwegs, um die noch verbleibende Lebenszeit unserer Mitmenschen mit Freude und Abwechslung zu füllen. Egal ob im Hospiz, Kinderhospiz, auf einer Palliativstation in Pflegeheimen oder im häuslichen Umfeld verschenken wir unsere Zeit.

„Danke, dass es euch gibt. Ihr helft uns, unser Leben zu vollenden.“

Wir werden auf unsere Aufgabe mit Geduld und Hingabe und sehr viel Fachkompetenz durch die Koordinatorinnen des Hospizdienstes vorbereitet und auch während unseres Ehrenamtes selbst durch regelmäßige thematische Gruppentreffen und Supervisionen gehalten und begleitet.

Unser ehrenamtliches Engagement erfährt positive Resonanz: ‚Danke, dass es euch gibt. Ihr helft uns, unser Leben zu vollenden. Ihr bewertet unser Leben nicht. Ihr hört uns aufmerksam zu, redet mit uns, schweigt mit uns und helft uns so, das letzte Wegstück in Würde zu erleben.‘ Diese Worte erfüllen jeden ‚Ehrenamtlichen‘ mit Stolz und stärken für die weitere Arbeit.

Unsere Arbeit macht und gibt Sinn!

Gerade jetzt ist es so wichtig, von Mensch zu Mensch etwas füreinander zu tun, sich gegenseitig Wärme zu geben und das alles ganz selbstverständlich, ohne materielle Anerkennung.


In eigener Sache:

Die Unterstützung durch ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und -begleiter des ambulanten Hospizdienstes erfolgt in Absprache und ist unentgeltlich. Wir unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Wir werden verantwortungsvoll auf unser Ehrenamt vorbereitet.“


Ausführliche Informationen zur Sterbebegleitung – auch für Ehrenamtliche – finden Sie auf der Webseite des ambulanten Hospizdienstes.

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