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Gut alt werden auf dem Lande – Wohnen, Begegnung und Beratung

Sozialraumanalyse der Pfeifferschen Stiftungen vorgestellt  

Am 18. September stellten die Pfeifferschen Stiftungen im Letzlinger Kulturhaus einer breiten und interessierten Öffentlichkeit ihre Sozialraumanalyse „Altern auf dem Lande“ vor.
Sozialministerin Petra Grimm-Benne, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, hielt ein Grußwort und ging dabei auf den 7. Altenbericht der Bundesregierung: Sorge und Mitverantwortung in der Kommune ein. Anschließend stellte Sophie Schönemann die Sozialraumanalyse vor, welche sie im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Magdeburg Stendal für die Pfeifferschen Stiftungen erstellt hatte. Die Analyse wurde mittels Literaturrecherche, einer Ortsbegehung, einer Anwohnerbefragung und Experteninterviews  erstellt und liefert Ergebnisse zu Themen wie Versorgungs- und Angebotsstrukturen. Mobilität, gesellschaftliche und kulturelle Angebote sowie die Herausforderung eine Ehrenamtsstruktur vor Ort aufzubauen.
Grundsätzlich wurde schnell deutlich: Menschen die auf dem Land leben, wollen auch im Alter bleiben. Doch wie kann man gut und selbstbestimmt, in Zeiten der schwindenden Versorgungsstrukturen auf dem Land, altern? Wie sehen die Strukturen in der Gemeinde Letzlingen aus?  

Land, Kommune, Träger im Gespräch

Nach der Präsentation der Daten tauschten sich in offener Gesprächsrunde Ministerin Petra Grimm-Benne, Vorsteher Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen, Mandy Zepig, Bürgermeisterin Hansestadt Gardelegen, Dr. Annett Lüders, Hausärztin in Letzlingen und Steffi Ginap, Bereichsleiterin Ambulante Dienste der Pfeifferschen Stiftungen zur Sozialraumanalyse aus (Pfarrer Gerd Hinke aus dem Pfarrbereich Gardelegen war verhindert). Die vorgelegte Sozialraumanalyse zeigt, dass den Kommunen gerade im ländlichen Raum eine Schlüsselposition zukommt. Sie haben den besten Überblick über Angebote in der Region und können als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle fungieren. Ein  „Kümmerer vor Ort“, der die Fäden in der Hand hält, trägt maßgeblich dazu bei, dass Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten  Umgebung leben können. Er bringt vorhandenes Engagement und bestehende Initiativen zusammen. Damit verknüpft er professionelle Leistungen, bürgerschaftliches Engagement und nachbarschaftliche Hilfe. Um die Kommunen zu unterstützen, wurde im Koalitionsvertrag die Stärkung der kommunalen Ebene als vordringlich erachtet und auch die Unterstützung beim Quartiersmanagement verabredet“, so Ministerin Petra Grimm-Benne.
Die Hausärztin der Gemeinde, Dr. Anett Lüders, fasste zusammen, dass Wohnen, Begegnung und Beratung die drei Kernpunkte der Analyse seien, die sie aus ihrer täglichen Praxis mit Patienten nur bestätigen könne. Hier sei ein Kümmerer vor Ort wichtig. Er würde Entlastung für viele Senioren in ihrer aktuellen Lebenssituation auf dem Lande bringen. Sie verband die Aussage mit dem Wunsch an die Politik, die notwendigen Ressourcen dafür zur Verfügung zu stellen.
Besonderes Augenmerk legte Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen, auf die nächsten Schritte der von ihm vertretenen diakonischen Komplexeinrichtung. Beweglich zu werden in den Leistungsangeboten und in neuen Strukturen zu denken. Zum Beispiel eine fachärztliche Versorgung neu zu organisieren oder altengerechtes Wohnen im ländlichen Bereich zu realisieren. „Wir stellen zunehmen fest: Einer alleine kann gar nichts mehr. Egal wer das ist. Der Schlüssel für das Gelingen des Projektes wird sein, in die bereits vorhandenen kommunalen und ehrenamtlichen Netzwerke neue Angebot zu integrieren und diese -  unabhängig von einer Konkurrenz verschiedener Anbieter - vor Ort zusammenzuführen. Unser Anspruch als Pfeifferschen Stiftungen ist es, ein Modell zu entwickeln, das für andere Dörfer tragfähig ist. Die Kommunalpolitik brauchen wir dabei an unserer Seite“,  so Radbruch.  
Mandy Zepig, Bürgermeisterin Hansestadt Gardelegen, erläuterte „Wir wissen, wo die Probleme sind, wir kennen die Partner, die zusammen viele dieser Probleme lösen und Begeisterung für das Ehrenamt schaffen könnten.“  

Konkrete Angebote der Pfeifferschen Stiftungen haben begonnen

Steffi Ginap, Bereichsleiterin Ambulante Dienste der Pfeifferschen Stiftungen berichtete von den bereits jetzt schon begonnenen Maßnahmen: „Wir wissen, Ehrenamt braucht Hauptamt. Daher beantragen die Pfeifferschen Stiftungen eine geförderte Stelle für einen Kümmerer vor Ort. Schon jetzt haben wir eine Anlaufstelle in Letzlingen eröffnet und führen auch zwei Veranstaltungen zu Beratungsthemen in Letzlingen durch. Wir beginnen Kontakt aufzubauen und konkrete ehrenamtliche Angebote zu schaffen. Z. B. greift ist ein ambulanter Betreuungsdienst geplant, der auf Ehrenamtliche zurückgreift.“
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung nutzten die Letzlinger die Möglichkeit zum Netzwerken bei Kaffee und Kuchen. Sie erfragten Beratung zu spezifischen Hilfen oder individuellen Bedarfen, aber auch zu ehrenamtlicher Tätigkeit.

Die Sozialraumanalyse ist abrufbar unter www.pfeiffersche-stiftungen.de/letzlingen

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