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© Werner Krüper

Beratungstelefon zur Palliativen Versorgung

© Werner Krüper

In Würde und Ruhe zu Hause sterben – das wünschen sich die meisten Menschen, wenn es soweit ist. Das Palliativ- und Hospizzentrum der Pfeifferschen Stiftungen unterstützt dieses Anliegen und hat ab sofort sein Beratungstelefon 0391-850 58 03 freigeschaltet.

Schmerzen, Atemnot, Angst: Die Qualen eines Schwerstkranken können überwältigend groß sein. Oberstes Ziel der palliativen Versorgung ist es, körperliches und seelisches Leid zu lindern. „Es geht nicht mehr um Heilung, sondern um möglichst viel Wohlbefinden“, sagt Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen. „Wird eine unwiderruflich tödlich verlaufende Krankheit diagnostiziert, bedeutet das für den Patienten wie aber auch für seine Angehörigen erst einmal Schock pur. Aber das bedeutet deshalb nicht gleich das Lebensende.“ In dieser emotionalen Ausnahmesituation einen kühlen Kopf zu behalten, ist nur schwer möglich. Oft wünschen sich Betroffene dann weitere Informationen und Unterstützung, um die nächsten Schritte gegebenenfalls auch gemeinsam zu gehen.

„Im Gegensatz zu Sterbehilfeorganisationen, die eine Hilfe zum Sterben ermöglichen, sorgen wir für eine Hilfe im Sterben. Sterben ist nicht normierbar. Es gibt Wege und Auswege – in der Palliativversorgung“, erklärt Radbruch. Leider sei in der Bevölkerung immer noch ein Stück weit Unwissen, Unkenntnis vorhanden, und auch ein bisschen eine falsche Vorstellung über das, was möglich sei. Der Anspruch: In Würde bis zum letzten Atemzug.

In seiner breiten Aufstellung ist das Palliativ- und Hospizzentrum Magdeburg der diakonischen Einrichtung im nördlichen Sachsen-Anhalt einmalig. Es vereint eine Vielzahl von Einrichtungen mit kompetenten wie einfühlsamen Spezialisten, die die palliative Versorgung der Patienten im stationären wie im häuslichen Bereich sicherstellen. Die Pfeifferschen Stiftungen bieten in folgenden Bereichen Palliativversorgung an: Palliativstationen in den beiden Krankenhäusern, stationäres Hospiz, Kinderhospiz und ambulanter Hospizdienst, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung – kurz SAPV genannt – und spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche, ein Trauerinstitut sowie Palliativversorgung in den Pflegeheimen der Altenhilfe.
Um der immer größer werdenden Nachfrage gerecht zu werden, ist ab sofort ein Beratungstelefon freigeschaltet. Unter der Nummer 0391-850 58 03 informiert ein Mitarbeiter der Pfeifferschen Stiftungen montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. „Es geht hier nicht um eine Pflegeberatung, die haben wir schon. Nein, wir bieten eine palliative Beratung für die letzte Lebensphase an“, so Tabea Friedersdorf. Leiterin der Hospizarbeit in den Pfeifferschen Stiftungen.

Damit wird eine Schnittstelle geschaffen, um schnell und unbürokratisch die passenden Ansprechpartner zu vermitteln oder aber auch gleich ein Mitarbeiter der SAPV zum Patienten rauszuschicken. „Unser Auftrag ist es, herauszufinden, was der Schwerstkranke am Lebensende braucht – und ihn zu schützen vor dem, was er nicht braucht. Dazu müssen wir ihn dort abholen, wo er ist“, sagt Friedersdorf.

Was leistet ein Beratungstelefon?
Ist ein Mensch unheilbar erkrankt, treten viele Fragen auf, auf die ein Mitarbeiter am Beratungstelefon erste Antworten gibt:

  • Kann ich zu Hause versorgt werden?
  • Was ist, wenn ich nicht mehr zu Hause bleiben kann?
  • Wo finde ich einen qualifizierten Palliativarzt?
  • Wer kann meinen vertrauten Hausarzt unterstützen?
  • Gibt es einen spezialisierten Pflegedienst in meiner Nähe?
  • Wer hilft bei der Erstellung einer Patientenverfügung?
  • Was ist eine Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung?
  • Welche ambulanten Hospizdienste gibt es in der Nähe?
  • Was ist überhaupt ein stationäres Hospiz?
  • Was ist eine Palliativstation?
  • Wohin mit meiner Trauer?
  • Wer kann mich und meine Angehörigen entlasten?

Was kann am Beratungstelefon nicht geleistet werden?

  • Individuelle ärztliche Beratung zu spezifischen Problemen.
  • Konkrete Informationen zu Behandlungen und Medikamenten.
  • Notfallmedizin.
  • ABER: Anrufer können zu diesen Fragen weitervermittelt werden.