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Info-Telefon Demenz

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Angehörige oder Betroffene können ein kostenloses Infotelefon Demenz nutzen. Unter der Nummer 0800 72 40 639 haben die Pfeifferschen Stiftungen eine Infonummer geschaltet. Angehörige und Betroffene erhalten hier individuelle Beratung von kompetenten Gesprächspartnern aus den Pfeifferschen Stiftungen. „Das Angebot ist ein Baustein unserer Pflegeberatung“, erläutert Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen das neue kostenfreie Angebot und erklärt: „Wir können am Telefon eine ganze Palette an Hilfen anbieten – angefangen von ambulanten Pflegediensten über Selbsthilfegruppen bis hin zu Angeboten von Kurzzeitpflege in Magdeburg.“

Die Erfahrung zeigt, dass nicht immer ein an Demenz erkrankter Mensch im Anfangsstadium seiner Krankheit gleich in ein Heim muss. „Unsere Fachleute können Wege aufzeigen, die gegangen werden können, um Betroffenen und Angehörigen den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern“, so Radbruch.

Die Frage, ob wirklich alle Möglichkeiten der Hilfe schon ausgeschöpft sind, klärt sich oft schon in einem fünfminütigen vertrauensvollen Gespräch. Gudrun Arndt, seit elf Jahren in der Altenhilfe in den Pfeifferschen Stiftungen tätig, hat in ihrem Büro heute „Telefondienst“. Sie erzählt von bisherigen Gesprächen: „Ich bin immer wieder erstaunt, dass die Anrufer meist noch nicht an Vorsorgevollmachten, Betreuungs- oder Patientenverfügungen gedacht haben. Denn damit wäre für den Fall der Fälle vorgesorgt, wenn man noch im Vollbesitz seiner geistigen als auch körperlichen Kräfte ist. Nicht zu unterschätzen sei die Hilfestellung, die man seinen Angehörigen damit an die Hand gibt. „Es ist für diese eine große Erleichterung wenn im Vorfeld alles geklärt ist“, so Arndt, bevor sie zum klingelnden Hörer greift. Herr B. aus Magdeburg hat die Nummer des Infotelefons gewählt.
(Er erklärt sich damit einverstanden, dass Teile des Gespräches aufgezeichnet werden.)

Herr B: Meine Mutter lebt mit mir in einem Haus. Ich bin alleinstehend und arbeite im Schichtdienst. Sie ist 74 Jahre alt und war bisher immer kerngesund. Jetzt mache ich mir um sie große Sorgen – seit ein paar Wochen wirkt sie auf mich verändert. Manchmal weiß sie nicht, welcher Wochentag gerade ist oder was sie zum Mittag gegessen hat. Vergangene Woche fand ich im Tiefkühlschrank die Hausschuhe von ihr, die sie bereits tagelang suchte. Als ich sie darauf ansprach, wurde sie aggressiv und wütend. Kann das der Beginn einer Altersdemenz sein? An wen kann ich mich wenden? Ich will sie doch deswegen nicht in ein Heim geben!

Frau Arndt hört geduldig zu, dann kommt ihr Rat: Eine Ferndiagnose über das Telefon zu stellen, ist natürlich nicht möglich. Ich empfehle Ihnen jedoch, sich an den Hausarzt Ihrer Mutter zu wenden. Er kann eine Diagnose stellen und ihre Mutter im Bedarfsfalle zu einem Facharzt überweisen. Wenn Sie im familiären Umfeld keine Möglichkeit haben, jemanden nach Ihrer Mutter sehen zu lassen, während sie arbeiten, besteht immer noch die Möglichkeit, einen ambulanten Pflegedienst oder eine Tagespflege in Anspruch zu nehmen. Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Sie zum Beispiel bei der Beantragung einer Pflegestufe für Ihre Mutter bei der zuständigen Pflegekasse. Sollte sich herausstellen, dass Ihre Mutter pflegebedürftig ist, dann stehen ihr Pflegegeld oder Pflegesachleistungen zu. Sie können sich aber auch selber an Ihre Pflegekasse wenden und den Antrag stellen. Für beides kann ich Ihnen mit Telefonnummern weiterhelfen.

Herr B: Vielen Dank, das hilft mir schon sehr! Wissen Sie, ich fühle mich doch mit dieser ganzen Problematik sehr allein gelassen.

Frau Arndt: Das höre ich oft von den Angehörigen. Sie stehen in dieser Situation jedoch nicht allein da. Es gibt in Magdeburg eine Reihe von Selbsthilfegruppen, die Angehörigen Hilfe und Begleitung geben können. Möchten sie die Kontakte haben?

Herr B: Ja, sehr gerne. Und wenn es doch soweit kommt und ich sie in ein Heim geben muss? Wie finde ich das passende?

Frau Arndt: Natürlich können Sie sich an die einzelnen Anbieter wenden. Als zentralen Anlaufpunkt kann ich Ihnen jedoch das Infobüro Pflege der Stadt Magdeburg empfehlen. Dort kann man Sie über freie Heimplätze informieren.

Herr B: Vielen Dank. Ich werde mit meiner Mutter als erstes einmal den Hausarzt besuchen – vielleicht bestätigt sich die Diagnose Demenz ja doch nicht.

Frau Arndt: Das wünsche ich Ihnen und wenn doch, dann können sie sich sehr gern wieder melden und wir senden Ihnen unsere Infobroschüre zur Demenz zu. Sie gibt erste Ratschläge und erläutert die Erkrankung für Angehörige und Betroffene. Alles Gute für Sie!
Dieses Gespräch ist beendet. Kurz darauf klingelt es erneut und ein anderer Angehöriger fragt an.

Unser kostenloses Info-Telefon Demenz ist unter der Telefonnummer 0800 72 40 639 wochentags von 10.00 bis 15.00 Uhr besetzt.