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© Michael Uhlmann

Arbeit in keimfreier Zone

© Michael Uhlmann

Ende 40, den Beruf von der Pieke auf gelernt, kann sie so schnell nichts mehr aus der Fassung bringen: Kerstin Küpper ist OP-Pflegefachkraft im Zentralen Operationssaal im Klinikum der Pfeifferschen Stiftungen, kurz KiPS. Seit 1993 arbeitet sie in der diakonischen Einrichtung in Magdeburg.
1986 hat sie als Auszubildende im OP angefangen – „mit großem Respekt vor der Aufgabe, aber auch stolz, in diesem Bereich arbeiten zu dürfen“, sagt sie. In einem ehrwürdigen Beruf, indem man damals durchaus noch als privilegiert in den eigenen Reihen galt. Ein Machertyp ist sie. Und kommt ziemlich schnell auf den Punkt: „Heute wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden, das sich den physischen wie psychischen Anforderungen stellen will.“

Eine gute OP-Fachkraft kennt sich in den verschiedenen Fachdisziplinen aus, sie muss im Schnitt mindestens 50 OP-Abläufe beherrschen. Und sich mit hochtechnisierten Geräten auskennen. „Sie muss vorausdenken, auf lebensbedrohliche und schwierige Situationen reagieren. Sie muss wissen, wann sie schweigen soll, obwohl sie etwas zu sagen hätte, sie muss dem Operateur kompetent assisstieren und ihm, vor allen Dingen, in jeder Situation fachliche Sicherheit vermitteln. Sie muss Mensch sein und für den Operateur ein professioneller Partner, auf den er sich zu 100 Prozent verlassen kann“, so Kerstin Küpper.

Wie sieht sie die Professionalisierung der Pflege?


„Die Arbeit im OP war schon immer Profiarbeit. Hohes Fachwissen, Disziplin und eine gute körperliche Konstitution waren und sind noch immer ausschlaggebend. Das ist für mich Professionalität. “ Seit fast 30 Jahren ist Frau Küpper OP-Fachkraft, kennt also die Entwicklungen in diesem hochsensiblen Arbeitsbereich.  
Manchmal hat sie das Gefühl, „zur aussterbenden Spezies ihrer Zunft“ zu gehören, sagt sie. Kriege sie doch mit, dass sich Krankenhausmanagement und die Medizin in alternden Gesellschaften ganz neuen Herausforderungen stellen müssen. Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung, Dokumentation – alles Zusatz der modernen Zeit. Hat die OP-Fachkraft einen besonderen Standpunkt dazu? „Arbeitsaufwendig – muss aber sein!“

Apropos aussterbende Zunft: Mit neuen Ausbildungsberufen für den OP wird versucht, den Fachkräftemangel zu kompensieren. Beispiel OTA-Fachkraft. OTA steht für operationstechnischer Assistent. Dies ist ein eigenständiger Ausbildungsberuf. Um im Operationssaal als Pflegefachkraft zu arbeiten, gibt es also zwei Möglichkeiten: Zum Einen die Gesundheits- und Krankenpfleger, die dafür nach ihrer Berufsausbildung eine Fachweiterbildung zur OP-Fachkraft absolvieren. Zum Anderen inzwischen auch die OTA.

 „Im OP erfüllen beide Experten dieselben Aufgaben, nur ist der Werdegang einer OP- Fachkraft anders als der einer OTA. Eine OP-Fachkraft erlernt zuerst den Beruf des Kranken- und Gesundheitspflegerin und absolviert danach eine  Zusatzausbildung zur Fachkrankenschwester im Operationsdienst. Der OTA wird von vorneherein für die Arbeit im OP geschult.“

 

Mir macht meine Arbeit heute noch Spaß


Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert drei Jahre, die anschließende berufsbegleitende Fachweiterbildung für den OP nochmals zwei Jahre. Die Ausbildung zum OTA dauert hingegen nur drei Jahre. Würden sie ihren Beruf wieder wählen? „Ja, auf jeden Fall. Der Kick ist da, jeden Tag etwas Neues. Mir macht meine Arbeit heute noch Spaß“, sagt sie. Der Beruf sei ihre Berufung, sei ihre Leidenschaft.
Welche Stärken sollte man für die Arbeit im OP mitbringen? „Ruhe bewahren in Stresssituationen und etwas ,einstecken' können. Nicht nachtragend, sondern teamfähig sein und, ganz wichtig, sich behaupten können. Strukturiertes ordentliches Arbeiten sowie fachliches Verständnis sind ganz wichtig.“
Konkret heißt das, im OP-Saal stehen folgende Arbeiten an: Dem operierenden Arzt die benötigten Instrumente zu reichen. Damit das reibungslos funktioniert, müssen die OP-Pflegefachkräfte alle benötigten Materialien während der Operation bereitgestellt haben, griffbereit zur Anwendung. Die Pflege und Desinfektion der Operationsinstrumente sowie die Dokumentation und Verwaltung der Materialien gehören ebenfalls dazu. Dabei gilt es, auf die wirtschaftliche Anwendung der Sachmittel zu achten. Neben der üblichen OP-Dokumentation sind sie dafür verantwortlich, dass alle verwendeten Materialien mit der richtigen Bestellnummer und der verwendeten Anzahl erfasst  werden, um der Verwaltung eine korrekte Abrechnung zu ermöglichen und den genauen OP-Verlauf zu dokumentieren. Und: Auf die Umsetzung der Hygienerichtlinien im Operationssaal muss geachtet werden. „Hygiene ist das oberste Gebot, das wird uns eingebläut und verlangt, so dass wir es leben“, sagt Kerstin Küpper.
2017 wird sie ein Stück auf der Karriereleiter hochsteigen, wird OP-Teamleiterin im Zentralen OP im Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen. Das macht sie mächtig stolz. Toll, wie sich Leistung hier auszahlt.  

Kurzbeschreibung: OP-Pflegefachkraft und OTA

Die Tätigkeit im Überblick

  • OP-Pflegefachkraft
    OTA
  • Die Ausbildung im Überblick

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert drei Jahre und vor der Fachweiterbildung, die zwei Jahre dauert, ist eine zweijährige Berufserfahrung notwendig. In der Summe ergibt sich dafür so eine Gesamtzeit von mindestens sieben Jahren.
Die Berufsausbildung zur OTA 3 Jahre.  

 Typische Branchen   

  • OP-Pflegefachkräfte/ OTA  finden Beschäftigung in erster Linie in Krankenhäusern, Facharztpraxen oder Gesundheitszentren

 Arbeitsfeld:

  • selbstständige Organisation und Koordination der Arbeitsabläufe
  • Fachkundige Betreuung der Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung ihrer physischen und psychischen Situation während ihres OP- und Funktionsabteilungsaufenthaltes
  • Vor- und Nachbereitung des Operationssaales 
  • Vorbereitung bevorstehender Operationen einschließlich der Instrumente
  • Unterstützung des OP-Teams vor, während und nach der Operation 
  • Instrumentation in den unterschiedlichen Fachbereichen
  • Sachkenntnis und Wartung von medizinischen Apparaten und Materialien
  • Verantwortung für die Durchführung hygienischer Maßnahmen
  • Administrative Aufgaben

 Voraussetzungen 

  • Freude am Umgang mit Patienten
  • sorgfältiges Arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein und gute Beobachtungsgabe
  • starke Psyche (täglicher Umgang mit Krankheit und Tod)
  • Interesse für Medizin
  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung
  • Hepatitis A+B Impfung
  • körperliche Fitness ist notwendig (z.B. Patienten heben und transportieren)





Schulabschluss

  • Realschulabschluss
  • Mittlere Reife
  • Fachabitur
  • Abitur 

Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin

  • Auswahlverfahren
    Bewerbung
    Vorstellungsgespräch  
  • Wichtige Schulfächer
    Biologie (z.B. Anatomie des Menschen, Funktionsweisen von Organen)
    Chemie/Biochemie (z.B. wie Medikamente wirken; welche Wirkstoff-Kombinationen funktionieren)
    Mathematik (Medikationen ausrechnen)
    Deutsch (Kommunikation mit den Patienten und Angehörigen, Patientendokumentation)
  • Praktikum
    Nicht vorgeschrieben, aber in der Regel vorausgesetzt.
  • Dresscode
    Arbeitskleidung
    OP Schutzkleidung

 

 

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