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© Michael Uhlmann

Training für die Lunge

© Michael Uhlmann

Patienten, die länger künstlich beatmet werden, können danach zunächst nicht selbstständig atmen. Wenn Muskeln nicht mehr benutzt werden, verlieren sie an Umfang und Kraft. Zwischenrippenmuskeln und Zwerchfell, die das Atmen ermöglichen, sind deshalb nach längerer Beatmung zu schwach, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Dazu kommt bisweilen eine gestörte Atemsteuerung – ebenfalls ausgelöst durch die andauernde Beatmung. All das hindert schwer kranke Patienten daran, selbstständig zu atmen.

Das Loskommen von der Beatmungsmaschine nennen Ärzte „Weaning“, englisch für Entwöhnung. Es ist ein eigenes Berufsbild entstanden, um den Bedürfnissen der Entwöhnung gerecht zu werden: Der Atemtherapeut. Der Bedarf an Atmungstherapeuten ist groß und wächst weiter, denn die hochspezialisierte lntensivmedizin und -pflege hat die Überlebenschancen der Patienten zunehmend verbessert. Zugleich nehmen aber chronische Erkrankungen der Atemwege zu, wie etwa die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, kurz COPD. Haben betroffene Patienten ihre akute Krankheitssituation überstanden und können aus den Akutkrankenhäusern entlassen werden, brauchen sie oft eine Atemhilfe, denn in der Regel haben sie einen Luftröhrenschnitt, sind also auf ein Beatmungsgerät angewiesen. 

Die Qualifikation für Atmungstherapeuten ist eine von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) entwickelte berufsbegleitende Weiterbildung für Gesundheits- und Krankenpfleger. Erfahrene Pflegefachkräfte und Physiotherapeuten haben seit 2005 die Möglichkeit, sich innerhalb von knapp zwei Jahren berufsbegleitend zum Atmungstherapeuten ausbilden zu lassen. Zur umfassenden Versorgung pneumologischer Patienten ergibt sich die Notwendigkeit, ein Tätigkeitsprofil mit Schnittstellenfunktion zwischen dem ärztlichen Bereich, der Pflege, der Physiotherapie und der außerklinischen Beatmung zu besetzen.  

Drei Theorie-Blöcke bestimmen die Ausbildung, begleitet von diversen Praktika, die ebenso während der Weiterbildung absolviert werden müssen. Behandelt werden Grundthemen wie Anatomie, Physiologie und die Pathophysiologie von Lungen sowie Herz und Kreislauf. Ebenso diagnostische Verfahren wie die Lungenfunktionsmessung (Spirometrie), die Bronchoskopie, einzelne Bereiche der Sonografie und der Röntgendiagnostik. Zudem spezielle Fachthemen wie allgemeine Intensivmedizin, Beatmungsmedizin, außerklinische Beatmung und Rehabilitation. Neben sämtlichen Prüfungen ist eine Facharbeit zu verteidigen, um die Weiterbildung erfolgreich abzuschließen.

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