Online spenden

Aufrecht durchs Leben

Verspannungen, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall: 15. März - Tag der Rückengesundheit 

80 Prozent der Deutschen haben irgendwann mal in ihrem Leben Rückenschmerzen. Na, das kennen wir doch. Sitzen? Hilft nicht. Stehen? Noch schlimmer. Laufen? Staucht. Liegen? Nicht viel besser. Egal, was man macht, es tut weh. Bei vielen sogar dauerhaft – jeder Fünfte gibt an, chronisch Rückenschmerzen zu haben. Dabei wird der Grundstein dafür vermutlich schon in der Kindheit und Jugend gelegt, so das Robert-Koch-Institut. Schon unter den 14- bis 17-Jährigen hätten mehr als 40 Prozent mit diesen Beschwerden zu kämpfen.

Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und die Wirbel selbst kommen als Ursachen in Frage. Rückenschmerzen können auftreten, wenn fernab des Knochenstabs und seiner Anhanggebilde innere Organe erkranken. Oder wenn die Seele brennt. Salopp formuliert: Rückenschmerzen können durch alles und durch nichts hervorgerufen sein.

Motto: Balance halten - Rücken stärken

Schon gewusst, dass am 15. März der 16. Tag der Rückengesundheit ist? Motto: Balance halten – Rücken stärken! Bundesweit werden dazu zahlreiche Veranstaltungen angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Nicht ohne Grund: Von 1000 Erwerbstätigen waren durchschnittlich pro Tag 51 krankgeschrieben, so der DAK-Gesundheitsreport 2016. Für die meisten Ausfalltage waren mit 23,8 Prozent die Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenleiden verantwortlich. 

„Die Pein kann sich als Hexenschuss – Lumbago ist die medizinische Bezeichnung – von einer Sekunde auf die andere einstellen oder sich über Wochen langsam als Hüftweh – Ischias genannt – einschleichen. Wer seine Hals-Brust- oder Lendenwirbelsäule nicht mehr schmerzfrei bewegen kann, wird mit dem Etikett HWS-, BWS- oder LWS-Syndrom versehen. Im Prinzip steckt dahinter das gleiche Übel: Die schmerzleitenden Nerven des Rückenmarks geraten unter Druck“, erklärt Prof. Dr. Niels Follak, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen.  

Wie kleine Kissen federn die 23 Bandscheiben Erschütterungen und Stauchungen ab. Knorpelartig, mit einer elastischen Substanz gefüllt liegen sie als Puffer zwischen den Wirbeln. „Zum Problem werden sie, wenn sie einreißen, etwa durch längere Überlastungen in Verbindung mit Verschleißerscheinungen. Teile rutschen in den Wirbelkanal, wo das Rückenmark liegt – ein Bandscheibenvorfall. Drückt die Bandscheibe das Rückenmark stark zusammen, belastet das einzelne Nerven, beim Betroffenen kann es zu Rückenschmerzen und Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen kommen“, so Prof. Niels Follak.

Dass der Mensch aufrecht geht, ist eigentlich ein Fehler der Evolution. Unsere Wirbelsäule ist dafür nicht gebaut, sie muss Belastungen aushalten. Beim Tier durch Vorder- und Hinterläufe abgefedert, ist sie beim Menschen speziell im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule durch kein weiteres tragendes Element unterstützt und dort besonders anfällig. Größere Abweichungen von der Schwerkraftlinie werden von Wirbeln und Bandscheiben nicht mehr ausreichend kompensiert.

Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, Tag für Tag acht Stunden sitzend im Büro verbringt und dann am Abend drei Stunden fernsieht, der „überlastet die passiven Strukturen des Bewegungsapparates wie Bänder, Bandscheiben und Wirbelgelenke“. Dem „Haltesystem“ des Menschen fehlen zunehmend die notwendigen Trainingsreize wie Fußmärsche: Die Muskeln werden schwächer und können das wacklige System Wirbelsäule nicht mehr gerade halten.
Die gute Nachricht: In aller Regel stirbt man nicht an Rückenschmerzen. Und man kann etwas dagegen tun. Sport. Klar, das wissen wir doch längst. Warum machen das dann nur so wenige von uns? Ein Vorschlag: Sobald dieser Beitrag gelesen ist, kurz aufstehen und sich bewegen! Prof. Follak empfiehlt jeden Tag einfache Übungen zu Hause.
Hier finden Sie  Beispiele für Übungen.

Ansprechpartner für Presse- und Öffentlichkeits­arbeit

Leiterin Unterneh­mens­kommu­nikation

Ulrike Petermann

Telefon
0391 / 8505 - 317