Magdeburg. Die AOK Sachsen-Anhalt hat Vereinbarungen mit zwei Kinderpalliativzentren geschlossen. Ziel der spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung (SAPPV) ist es, dass schwerstkranke Kinder in ihrer letzten Lebensphase im häuslichen Umfeld verbleiben können und dabei die optimale medizinische und pflegerische Versorgung erhalten. „Die Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Kinder und die Begleitung und Unterstützung der gesamten Familie stehen für uns dabei im Vordergrund“, erläutert Ralf Dralle, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt.
Partner für die Versorgung des nördlichen Teils Sachsen-Anhalts ist das MVZ Cracau der Pfeifferschen Stiftungen. Der südliche Teil wird durch das Kinderpalliativteam des Universitätsklinikums Halle betreut. Ein Team von Kinder-Palliativmedizinern und spezialisiertem Pflegepersonal gewährleistet innerhalb der SAPPV die bestmögliche Versorgung und umfassende Betreuung schwerstkranker Kinder, bei denen die medizinischen Voraussetzungen für ein Verbleiben in der Häuslichkeit gegeben sind.
„Die Pfeifferschen Stiftungen können bei der operativen Umsetzung auf die bestehenden Strukturen und Netzwerke zurückgreifen. Als Komplexeinrichtung verfügen wir neben dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) über weitreichende Erfahrungen mit schwerstkranken Kindern, wie z.B. in der Arche Noah und zukünftig im Hospiz für Kinder. Bisher gewährleisten etablierte Palliativcare -Teams in fünf Unterzentren eine flächendeckende Spezialisierte Versorgung (SAPV) im Gebiet Magdeburg, Salzlandkreis und im Bördekreis. Für die SAPPV, einer Initiative der AOK Sachsen-Anhalt, nutzen wir diese vorhandenen Grundstrukturen, wie z.B. auch den 24-Stunden Notruf, und bilden zusätzlich ein Palliativkinderteam, welches die nötige Fachlichkeit im Bereich der pädiatrischen Palliativversorgung einbringt. Um die zügige Ausdehnung dieser Leistungen für schwerstkranke Kinder im nördlichen Sachsen-Anhalt zu gewährleisten, werben und motivieren wir Pädiater sich palliativmedizinisch weiterzubilden. Zwei konnten wir bereits gewinnen“, erläutert Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen.
"Wenn ein Kind stirbt, ist das das Schlimmste, was einer Familie passieren kann. Alle, d.h. nicht nur der kleine Patient, sondern auch seine Eltern und seine Geschwisterkinder sind hiervon in stärkster, kaum vorstellbarer Weise betroffen. Eine gute Palliativversorgung, die nicht nur medizinisch und pflegerisch, sondern auch psychologisch, sozial und spirituell die sterbenden Patienten und ihre Eltern und Geschwisterkinder auf diesem schweren Weg kompetent unterstützt, ist essentiell, damit die Familie und Patienten auf die bestmöglichste Weise Abschied nehmen können. Fast alle Kinder wollen zuhause sterben im Kreis ihrer Familie. Auch die meisten Eltern wollen zuhause von ihren sterbenskranken Kindern Abschied nehmen. Durch den SAPPV-Vertrag der AOK Sachsen-Anhalt ist nun ein wichtiger erster Schritt dahingehend gelungen, dass durch die hierdurch zu implementierenden Netzwerke von Kinderpalliativteams, Hospizdiensten, niedergelassenen Kinderärzten und Pflegediensten alle Kinder, die zu Hause sterben wollen, dies auch können und dabei nahezu auf die gleichen Ressourcen zurückgreifen können wie in Kinderkliniken und Kinderhospizen", so Prof. Dr. Christof Kramm, stellvertretender Klinikdirektor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Halle, Kinderpalliativmediziner und Kinderarzt/Kinderonkologe.