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Ev.-lutherische Diakonissenanstalt Bethanien

Die Ev.-lutherische Diakonissenanstalt Bethanien ist eine selbständige Stiftung, die eine enge Verbindung mit den Pfeifferschen Stiftungen hält. Die Diakonissenanstalt ist Mitglied im Kaiserswerther Verband.

Der Diakonissenanstalt angeschlossen ist die Diakonische Schwestern- und Bruderschaft, eine diakonische Gemeinschaft von Mitarbeitenden der Pfeifferschen Stiftungen.

Die Leitung und Geschäftsführung der Diakonissenanstalt Bethanien liegt in den Händen des Vorstehers der Pfeifferschen Stiftungen. Die Verwaltung wird von den zentralen Diensten Verwaltung der Pfeifferschen Stiftungen übernommen. Die Aufsicht führt der ehrenamtliche Vorstand, dem neben Vertretern der Diakonissen und der Schwestern- und Bruderschaft externe Mitglieder angehören.

Diakonissen

Der Berufsname "Diakonisse" bezeichnet Frauen, die sich aus ihrem Glauben an Jesus Christus heraus entschlossen haben, ihr Leben ganz nach den Geboten der Nächstenliebe auszurichten und in einer Gemeinschaft mit gleich gesinnten Frauen die Nachfolge Jesu zu leben. Die Mitglieder dieser Gemeinschaften sind häufig an ihrer gemeinsamen Tracht zu erkennen, durch ein einfaches Leben, den Verzicht auf die Ehe sowie die gemeinsame Verwirklichung einer Aufgabe zugunsten der Ärmsten und Bedürftigen. Diakonissen bilden deshalb eine Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft. In Deutschland leben mehr als 1.000 Frauen in der Berufung als Diakonisse.

Zu unserer Schwesternschaft in Magdeburg gehören die Diakonissen aus den Mutterhäusern Bethanien in Breslau (gegründet 1850) und Magdeburg-Cracau (seit 1900) Sie sind in den verschiedensten Berufen ausgebildet und haben ihren Dienst getan in den Häusern der Stiftung, in kirchlichen Ortsgemeinden, auswärtigen Krankenhäusern oder in Heimen und Erholungszentren. Das Mutterhaus war für ihre Ausbildung verantwortlich, für den Arbeitsort wie auch heute für ihre Altersvorsorge. Die einzelne Schwester bezieht ein Taschengeld.

Heute sind alle Schwestern im Ruhestand, übernehmen aber immer noch ehrenamtliche Aufgaben in der Seelsorge und anderen Arbeitsgebieten. Im "Haus Mechthild von Magdeburg" verbringen die Schwestern ihren "Feierabend".

Diese Form der Nachfolge - die im vorigen Jahrhundert große Beteiligung erfuhr - hat sich in heutiger Zeit deutlich verändert. Manche Aufgabe wird heute aber in veränderter Form fortgesetzt. Die Hostienbäckerei ist von der Werkstatt für behinderte Menschen übernommen worden und die Paramentik wird heute auf dem Gelände der Pfeifferschen Stiftungen von Gudrun Willenbockel als "Textil-Werkstatt" erfolgreich weiter betrieben.

Die ersten Diakonissen kamen auf Einladung von G. A. Pfeiffer um 1900 aus Breslau nach Magdeburg, um hier als Probeschwestern mitzuarbeiten. Es entstand das "Mutterhaus in den Pfeifferschen Stiftungen", wie auch in vielen anderen diakonischen Einrichtungen in dieser Zeit, um die Arbeit zu verantworten. Anfang der dreißiger Jahre gehörten rund 100 Schwestern zur Gemeinschaft in Magdeburg, aber während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges verringerte sich ihre Zahl dramatisch.

Ein Neubeginn und die Stabilisierung ihrer Arbeit erfolgten nach der Ausweisung von rund 500 Schwestern aus Breslau (Schlesien, heute in Polen) zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Am 1. Februar 1955 vereinigten sich die beiden Häuser zur "Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt Bethanien" mit Sitz in den Pfeifferschen Stiftungen.

Diakonische Schwestern- und Bruderschaft

Die diakonische Schwestern- und Bruderschaft steht allen evangelischen Frauen und Männern offen, die in den Pfeifferschen Stiftungen und in anderen diakonischen Diensten beruflich tätg sind oder waren. Wir Schwestern und Brüder suchen im persönlichen Leben, in der Gemeinschaft und im Dienst die Verbindung mit Jesus Christus. wir wollen uns gegenseitig im Dienst unterstützen, im persönlichen Leben begleiten und suchen Gemeinschaft im Glauben.

Kontakt

Sekretariat des Vorstehers

Telefon
0391 / 8505 - 150

Ikone im Andachtsraum

Der österreichische Professor Dr. Anton Wollenek sagte über die Ikone, die er für das Diakonissen-Mutterhauses "Bethanien" in Magdeburg gemalt hat:

"[Die Ikone] rührt an das grösste Mysterium Gottes, an das dreifaltige Geheimnis als die "Erstursache" der Schöpfung, als der Keim und die Spitze des Lebensbaumes. Sie zeigt den darin ruhenden Gott in seiner Herrlichkeit, als den Sohn, den Logos und den Christus, als den Menschensohn mit den Wundmalen seines Todes und Opfers am Kreuz, somit auch Zeichen seiner Auferstehung. Sie zeigt den Gottessohn als Richter. Die in ihren Entscheidungen freie Menschheit erkennt Gott und strebt ihm freudig zu, oder aber sie meidet ihn und glaubt dem Widersacher.

Die Ikone zeigt so die Seligen, ebenso aber auch die Fernen, die Ratlosen und die Suchenden und deren Hoffnung auf Erlösung. Über allem ist der Glanz der Barmherzigkeit Gottes, aber auch der Ernst von Gesetz und Gericht.
Des Menschen Barmherzigkeit ist für diesen selbst ein Wagen auf dem Weg durch das "Nadelöhr" in das Reich Gottes (Lukas-Evangelium Kap. 18, 25), in das Paradies, dem Ort der Gerechten.

Der Bestimmung dieser Ikone als geistliches Bild in einem evangelischen Schwesternhaus entsprechend, in dem man seit nunmehr 100 Jahren leidenden Menschen dient, ist eine der Blüten des Lebensbaumes als "Luther-Rose" ausgeführt, als seine Petschaft, heute würde man sagen: als sein "Logo". Ausserdem zeigt die Krone an ihrem rechten Rand die Zeichen der Caritas und der Diakonie."