Als Koronare Herzkrankheit (KHK) wird eine Erkrankung der Herzkranzgefäße bezeichnet. Man versteht darunter die Arteriosklerose (Ablagerungen und Einengung) der Herzkranzgefäße. Bei höhergradigen Einengungen resultiert ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot in der Herzmuskulatur.
Die Koronare Herzkrankheit ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache durch den so genannten Herzinfarkt, wobei bisher noch die Männer im Verhältnis 2-3:1 stärker betroffen sind. In Deutschland besteht besonders in den neuen Bundesländern ein erhöhtes Risiko, an einer Koronaren Herzerkrankung oder deren Folgen zu versterben (siehe Karte).
Zu den Risikofaktoren gehören nicht zu beinflußende Faktoren wie die familiäre Veranlagung, das Alter (mit zunehmenden Alter steigt das Risiko) und das Geschlecht (Männer haben bis zum 50. Lebensjahr ein etwas höheres Risiko). Zu den Risikofaktoren, die durch eine gesunde Lebensführung beinflußbar sind, gehören der erhöhte Cholesterinspiegel, das Zigarettenrauchen, der Bluthochdruck und der Diabetes mellitus. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel und emotionaler Stress.
Das Hauptsymptom der Koronaren Herzkrankheit ist ein Engegefühl in der linken Seite des Brustkorbs, das als Angina pektoris bezeichnet wird. Die Schmerzen können in den Hals, Unterkiefer, die Schulter oder die Arme ausstrahlen.
Häufig tritt die Angina pektoris unter körperlicher oder psyschischer Anstrengung auf. Ursächlich ist eine Zunahme des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels, der durch die verengten Gefäße jedoch nicht genügend gedeckt werden kann. Nach Ende der körperlichen Belastung verschwinden die Beschwerden wieder im Zeitraum von Minuten.
Beim Herzinfarkt dagegen bleiben die Beschwerden längere Zeit bestehen. Die Patienten verspüren zusätzlich meist Luftnot (Dyspnoe) und Todesangst, es kommt zu Schweißausbrüchen und Blutdruckabfall.
Wichtig ist, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, auch beim geringsten Verdacht. Bei Symptomen des Herzinfarktes verständigt man am besten sofort den Notarzt.
Untersuchungen, mit denen das Vorliegen einer Koronaren Herzerkrankung indirekt nachgewiesen werden kann, sind das Ruhe-EKG, das Echokardiogramm und das Belastung-EKG. Ein direkter Nachweis einer Koronaren Herzerkrankung ist mit einer Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) möglich.
Werden bei dieser Untersuchung Verengungen der Herzkranzgefäße sichtbar, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Wenn möglich erfolgt eine Ballonerweiterung (PTCA) und/oder eine Einbringung einer Gefäßstütze (Stent) noch während der Untersuchung. In Situationen, wo eine PTCA oder Stent-Implantation nicht sinnvoll erscheint (schwierige anatomische Verhältnisse, Verengungen an mehreren Gefäßen), ist meist eine operative Behandlung (Bypaß-OP) notwendig.
Begleitend ist in der Regel eine lebenslange medikamentöse Behandlung der Koroanaren Herzerkrankung erforderlich, die Gabe von Acetylsalicylsäure, Beta-Blocker und Statine umfassen sollte.