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| ...nennt der Künstler, Richard Wilhelm, das Farbglasfenster im stationären
Hospiz, das seit dem 11. November 2003 den "Raum der Stille" um
eine weitere Besonderheit vervollkommnet. Richard Wilhelm, Dipl. Glasgestalter, verwendete
262 Stunden Arbeitszeit für dieses Kunstwerk. Wie entsteht so ein Kunstwerk? Die Hauptbestandteile des Glases sind Quarzsand, Kalk und Pottasche. Glas wird in der Glashütte geschmolzen. Wenn es eine honigzähe Masse ist, werden Metalloxide hinzu gegeben. Erst mit den Temperaturen und den Bestandteilen entstehen die unterschiedlichen Farbtöne. Die Glasteile werden aus den Glastafeln geschnitten, teilweise geschliffen und weiterverarbeitet. Diese "Komposition" der Glasteile nennt man "Musivische Glasmalerei" (abgeleitet von Mosaik). Die Gedanken Richard Wilhelms zu seinem Werk sind folgende: "Die Glasgestaltung für den "Raum der Stille" ist eine Komposition aus Glas, Farbe und Licht... Ich sage Ihnen ausdrücklich: Für diesen Raum - so klein er ist - wollte ich etwas schaffen, was nachvollziehbar sinnhaltig ist und die Sinne erfreut! Was sehen wir? Wir sehen: Zwischen dem schweren Bogen der Erde, die uns trägt - oft kaum er-trägt! - und dem Bund des Himmels mit uns - sein Zeichen der Regenbogen - strahlt großes Licht: Die Gnadensonne - oder wie immer unser Lebenselixier benannt wird - besonders ausdrucksreich ja im Evangelium des Johannes. Und dazwischen spannt sich das Leben: sehr lebendig - auch sehr deutbar... |
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In der künstlerischen Gestalt fast wie ein Baum. Ist's ein brennend versprühender Lebensbaum? Ist's ein Stück Flechte? Oder ein Stück Moos - mit den Augen des Künstlers gesehen? Oder: Ist's wie ein brennender Dornbusch? Ja! Am meisten wünschte ich, dass ein Dornbusch dem Betrachter des Fensters vor Augen tritt! Ein Dornbusch, so, wie der biblische Moses ihn vor sich hatte, als er die Stimme Gottes hörte, die ihm befahl, das Volk Israel aus ägyptischer Gefangenschaft in die Freiheit zu führen. Wir wissen aus dem Buch der Bücher: Was ihm da durch die Stimme des Herrn aus dem Dornbusch befohlen wurde, 'schmeckte' dem Moses gar nicht. Er fühlte sich schlicht überfordert. Nur zögernd nahm er den Auftrag an - doch: er erfüllte ihn! Und weiterhin wissen wir: Der Dornbusch, aus dem die Stimme des Herrn zu Moses sprach, der brannte, aber er verbrannte nicht! Sie werden meinen: Dies alles gibt ja ein ganz schönes Bild. Aber Frage: Kann es auch uns Heutigen noch etwas sagen? Ich sage: Ja! Zum Beispiel: Auch wir sollen für etwas Gutes brennen, aber nicht v e r -brennen! Man kann auch sagen: Wir sollten ein Fundament haben, ohne Fundamentalist zu sein. Wir sollen etwas mit Eifer tun, ohne Eiferer zu werden: Das richtige Maß haben, ist wichtig. |
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Aber noch eine Frage: Gibt's denn das noch - spricht denn heute noch die Stimme des Herrn zu uns? JA! - sage ich dazu. Du und ich und jeder von uns kann auch selbst und heute noch die Stimme Gottes hören, wenn er bereit ist zu hören, was sein Gewissen ihm sagt: - und danach zu handeln, gerade dann, wenn es schwerfällt. Und: Wie schwer fällt das oft! Und gelingt uns wahrlich nicht immer! Viele von Ihnen hier - ob als hauptamtliche Kräfte der Pfeifferschen Stiftungen oder als Ehrenamtliche des Hospizkreises Magdeburg, verstehen das, was ich meine, durch die Selbsterfahrung in Ihrer Arbeit gewiss besonders deutlich. Ich meine: Das ist wohl ein Zuwachs an Stärke aus ihrer schweren Arbeit, der Sie auch froh machen kann. Mag die Botschaft des Glasfensters viele erreichen. Viele erbauen und recht viele erfreuen!" Das Fenster stiftete der ehrenamtliche Hospizkreis Magdeburg e. V. dem stationären Hospiz. Die Ehrenamtlichen sehen es nicht nur als ihre Aufgabe die Gäste des Hospizes zu begleiten, sondern sie möchten auch bei der Verschönerung dieses Bereiches mit aktiv sein. "Luxus, den man sich selbst nicht gönnt!", so nannte es Sabine Paqué, Vorsitzende des Hospizkreises Magdeburg e.V., als sie darüber berichtete, was die Ehrenamtlichen bewogen hatte, so ein wertvolles Geschenk zu machen. Sie wünschen sich, dass zu den Menschen gesprochen wird, hier im "Raum der Stille". |
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